Anna in Canberra

 

Nach dem Abitur ins Ausland gehen und mein Englisch aufbessern, aber Work and Travel auf eigene Faust?! Nein das ist nichts für mich, da ist Au Pair sein doch eine sehr gute Alternative. Das waren meine Gedanken, als ich mich mit Hilfe von iSt auf die Suche nach einer Gastfamilie machte. Schnell wurde mir auch schon eine Familie vorgestellt, die ich schon von den Fotos und Briefen sehr interessant fand. Wir haben Kontakt per E-Mail aufgenommen und uns schon sehr bald zum Skypen verabredet. Nach einigen Skype Telefonaten war es dann soweit, meine Familie sagte mir, sie würde sich freuen mich als Au Pair bei ihnen aufzunehmen. Da kullerten mir doch glatt ein paar Freudentränen die Wangen runter, das Abenteuer konnte so gut wie losgehen.

Und schwupps war ich auch schon in Canberra am Flughafen und wurde von meinem Gastvater empfangen. Die Stimmung war von Anfang an total locker und ich habe mich sofort wohlgefühlt, weil die Australier einfach die freundlichsten Menschen auf dieser Erde sind. „How are you doin‘“ wird man an jeder Straßenecke gefragt oder von fremden Kassierern Darling genannt- an so viel Offenheit musste ich mich erstmal gewöhnen. Aber genau diese Lockerheit ist es die Australien so besonders macht und es mir schnell ermöglichte, mich einzuleben.

Und nun zum Mittelpunkt meines Au Pair Aufenthaltes: die Kinder. Erin stand gerade vor ihrem vierten Geburtstag als ich kam und Luke war gerade zweieinhalb. Sie waren einfach unendlich süß und frech zugleich. Erin hat mir gleich alles gezeigt und wollte sofort mit mir spielen, Luke war erst etwas vorsichtig, schließlich stand ihm ja auch ein fremder Mensch gegenüber. Es dauerte etwas bis er sich an mich gewöhnt hat, was ja auch normal ist.

Meine Gasteltern waren beide berufstätig, sodass ich die Kinder von morgens bis zum späten Nachmittag betreut habe. Ich habe sie zu Aktivitäten wie Library oder Gymnastics begleitet, mit anderen Au Pairs „Play-Dates“ verabredet, bin zu Spielplätzen gegangen, habe mit ihnen gebastelt, gespielt und auch einige Lernübungen unternommen. Mit der Zeit lernt man diese kleinen Menschen so gut kennen, als wären sie die eigenen Geschwister. Man unterschätzt Kinder oft, weil man denkt sie sind noch zu jung um bestimmte Dinge zu verstehen oder wahrzunehmen, aber da täuscht man sich gewaltig. Denn eigentlich zeigen sie uns die Welt und wir lernen durch sie viele Dinge zu sehen, über die man sonst hinweg schaut.

Darüber hinaus habe ich die Familie etwas im Haushalt unterstützt, dazu gehörte aufräumen, staubsaugen, die Kinderwäsche machen und ein Mal die Woche für die Familie kochen. Ich hatte immer die volle Unterstützung meiner Gastfamilie und sie haben sich vor allem darum bemüht mir auch Zeit für mich zu geben, denn die brauch man auch zwischendurch.

Besonders cool war auch, dass meine Gasteltern mich auf Ausflüge zur Küste mitgenommen haben und ich mich immer als wirklicher Teil der Familie gefühlt habe. Meine Gasteltern zeigten mir von Anfang an ihr Vertrauen und ihre Unterstützung und sagten, dass ich immer zu Ihnen kommen kann, egal wann. Und wenn ich Mal nicht so gut drauf war oder irgendein Wehwehchen hatte, haben sie mir sofort geholfen. 

Klar gibt es auch Momente in denen man sich denkt „diese kleinen Giftzwerge“ aber im Großen und Ganzen gibt es so viele Momente, die ganz besonders sind und die man nie vergessen wird.

Meine Arbeit als Au Pair hat mir viel Spaß gebracht und mich sehr beeinflusst. Ich habe gelernt offener zu sein, viele Dinge nicht so verbissen zu sehen und einfach locker und unbeschwert zu sein. Diese Art von Auslandsaufenthalt bietet einem die Möglichkeit die Kultur eines Landes zu erforschen und die Lebensweise kennenzulernen. Das macht die Zeit dort so besonders, weil man sich ein eigenes Leben aufbaut und schnell von seinem „zweiten zu Hause“ spricht. Und wer kann schon von sich behaupten zwei Familien zu haben?!

Nach meinem Au Pair Aufenthalt bin ich noch 2 Monate durch das Land gereist, was nochmal eine völlig neue Erfahrung war. Australien ist einfach atemberaubend durch seine Vielfalt und natürlich die Menschen. Das alles machte meine 8 Monate in OZ zu der mit Abstand tollsten Zeit meines Lebens.

In diesem Sinne:

Danke iSt-Sprachreisen für dieses unvergessliche Abenteuer!!!

Anna