Annika in Bergen

Warum ich mich vor einem Jahr für Norwegen entschieden habe, kann ich selbst nur schwer beantworten, aber ich kann jetzt nur sagen, dass es auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen ist! Wer sich dafür entscheidet, als Au Pair nach Norwegen zu gehen, kann sich auf beeindruckende Natur, eine tolle und einfache Sprache, tolle Erlebnisse und Eindrücke freuen. Mit der richtigen Gastfamilie wird das Jahr dann schnell unvergesslich.

Ich hatte super Glück und bin in eine Familie nach Bergen gekommen. Dort habe ich zwei Mädchen (drei und sieben) betreut. Als zweitgrößte Stadt Norwegens, viel Natur und Geschichte hat Bergen viel zu bieten und es wurde schnell zu meinem zu Hause. Man findet sich super zurecht, da die Stadt nicht sonderlich groß ist. Mit meiner Familie habe ich wohl einen richtigen Volltreffer gehabt, sie haben mich von Anfang an immer integriert, mich herzlich aufgenommen, in die alltäglichen Planungen eingespannt, mir vertraut und mir viel Spielraum gelassen. Mit dieser Basis ist ein unzertrennliches, familiäres und lockeres Verhältnis zwischen uns allen entstanden. Die Kinder haben mich akzeptiert, ich wurde von den Eltern unterstützt und hatte nie Grund mich zu beschweren oder unwohl zu fühlen.

Wir haben zusammen Ausflüge unternommen, mit dem Boot oder eine kleine Wanderung, mal nur ich mit meiner Gastmama oder den Kids, mal alle zusammen, mal mit Freunden. In der Zeit, die ich mit den Kindern verbracht habe, waren wir viel draußen, das ist typisch norwegisch. Jeden trägt es bei einigermaßen guten Wetter vor dir Tür. Ausgestattet mit Regenhose, Gummistiefeln und Regenjacke waren meine täglichen Ausflüge mit den Kids zum Spielplatz oder zum Meer selbst bei Regen kein Problem. Wir hatten viel Spaß beim gemeinsamen Backen, Lego spielen, Pippi Langstrumpf Filme gucken oder auf dem Trampolin springen. Auch das gehört zum norwegischen Familienhaushalt dazu. Überall sieht man Trampoline in den Gärten. Morgens habe für die Kinder das Frühstück gemacht, zusammen mit den Eltern die Kinder für die Schule und den Kindergarten fertig gemacht und die Kleine zum Kindergarten gebracht. Mittags beide Mädchen wieder abgeholt und mit der Großen Hausaufgaben gemacht. Ordnung im Haus halten, Staubsaugen, Putzen und kochen gehörten auch zu meinen Aufgaben. Nach und nach hatte sich alles eingespielt, ich bekam mehr Routine beim kochen, es schmeckte allen immer besser und so wurden wir zu einem eingespielten Team.

Die Norweger haben etwas andere, für uns Deutsche erst merkwürdige Essgewohnheiten. Mittagessen gibt es demnach Nachmittags, aber auch an das gewöhnt man sich. Vormittags, während die Kinder aus dem Haus waren, hatte ich Zeit einen Sprachkurs zu besuchen. Ich bin bei Null gestartet und schon nach einigen Wochen versteht man einiges. Nach einem halben Jahr haben wir dann nur noch norwegisch miteinander gesprochen. In der Bibliothek wird zum Beispiel ein Sprach-Cafe angeboten. Das findet einmal die Woche Stadt, kostet nichts und man hat die Möglichkeit mit anderen Norwegisch-Anfängern und Muttersprachlern über verschiedene Themen zu diskutieren. Dort bin ich nach Ende meines Sprachkurses hingegangen und es war immer sehr hilfreich und lustig. Man trifft dort Menschen aus der ganzen Welt, jeder mit einer anderen Geschichte.

Zwischen Haushalt, Kinderbetreuung und alles was eben in einer Familie mit kleinen Kindern passiert (Schule, Kindergarten, ins Bett bringen, Hobbies der Kids usw.) hatte ich noch genügend Zeit, selbst einige Freizeitaktivitäten auszuüben. Ich habe mich viel mit anderen Au Pairs oder Studenten getroffen, bin regelmäßig zum Leichtathletik Training gegangen, war viel in der Stadt unterwegs, auf verschiedenen Wanderungen und Touren. Das Rote Kreuz in Bergen organisiert wöchentlich kleine Wanderungen in Bergen und auch größere, die dann mit einer Fahrt verbunden sind, alles komplett kostenlos- kann ich nur empfehlen! Dort habe ich mehrmals mitgemacht, habe immer neue nette Leute kennengelernt und Spaß bei den Touren gehabt. Mit anderen Au Pairs kommt man über die norwegische Partneragentur schnell in Kontakt, es werden Gruppentreffen organisiert und man lernt sich kennen. Wir selbst sind viel zusammen in Skandinavien gereist, haben uns gegenseitig besucht und sind zu echten Freunden geworden. Da wir alle unter 20 waren, hatten wir leider etwas Pech, da die meisten Clubs in Norwegen erst ab 20 sind. Die wenigen die ab 18 sind, kann man sich an den meisten Tagen auch sparen, zumindest in Bergen. Aber wir hatten trotzdem immer unseren Spaß und man muss das norwegische Nachtleben durchaus mal erlebt haben ;) Meine Gastfamilie war super herzlich und aufgeschlossen, es war nie ein Problem, mal jemanden mit nach Hause zu bringen, im Gegenteil, sie haben sich nach den anderen Au Pairs, später meine Freunde, erkundigt und jeder war immer willkommen. Bei meinen Touren und Reisen durch das Land wurde ich immer unterstützt und bekam Hilfe, auch wenn ich mal unter der Woche etwas geplant hatte (z.B. ein Konzert) war das kein Problem. Ich wurde einfach wie ein Familienmitglied behandelt und so habe ich mich auch gefühlt.

Vor meiner Ausreise bin ich mit dem Explore-Norway Ticket von Wideroe noch durch Norwegen gereist. Dabei habe ich die Mitternachtssonne am Strand gesehen, konnte Wale beobachten, war am Nordkapp, auf den Lofoten wandern und und und.. Das kann ich wirklich nur jedem empfehlen, Norwegen habe ich dadurch nur noch mehr lieb gewonnen und ich freue mich sehr darüber, dass ich vor allem Bergen als mein zweites Zu Hause betiteln kann.

Ich kann Norwegen als Land für Au-Pair-Sein trotz viel schlechtem Wetter und Dunkelheit nur Empfehlen! Ich habe den Eindruck gemacht, dass die norwegischen Au-Pair Familien sehr aufgeschlossen sind und es fast in allen Familien super gut geklappt hat! Abgesehen davon ist Norwegen ein wunderschönes Land mit atemberaubender Natur und die Sonnentage lassen wochenlange Schlechtwetterperioden sofort vergessen.

Falls du noch mehr Fragen hast oder etwas genauer wissen möchtest, was ich so in meinem Jahr in Norwegen getrieben habe, schau doch mal auf meinem Blog vorbei: www.annibergen(at)wordpress.com

Liebe Grüße und viel Erfolg,

Annika :)