Carina in Kinsale

Sich nach dem Abitur gleich ins Studium stürzen? – Für mich unvorstellbar. Schon immer stand für mich fest: erst mal weg von zu Hause und rein in ein mir unbekanntes Land voller neuer Kultur, Natur, neuer Menschen und Erfahrungen.

Da ich schon immer gern mit Kindern zusammengearbeitet habe und ich Lehrerin werden wollte, lag es nahe als Au Pair in ein englischsprachiges Land – Irland- zu gehen.

Schnell hatte sich eine passende Familie für mich gefunden, die im Laufe der Zeit zu meiner zweiten Familie und deren Heim mein zweites zu Hause wurde.

Ende Mai reiste ich also zu ihnen nach Kinsale, Co. Cork.  Die Kinder, ein 3-jähriges Mädchen und ein einjähriger Junge, schlossen mich und ich sie von der ersten Minute an ins Herz. Aber auch mit meinen Gasteltern verstand ich mich super. Es gab nie Meinungsverschiedenheit, was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich mit ihnen über alles offen reden konnte.  Ich war beeindruckt von dem Familienzusammenhalt in Irland! Denn dieser wird dort großgeschrieben und ich bin Teil einer neuen, riesigen Familie geworden!

Sicherlich gab es anfängliche Schwierigkeiten. Aber die hat jeder, also keine Angst! Ich war das erste Au Pair der Familie, also für alle eine neue Situation, an die man sich erst gewöhnen musste. Doch schon bald kehrte Routine ein. Meine Gastmutter war mir dabei eine tolle Stütze! Sie bereitet einen Wochenplan für mich vor und hatte alles Wichtige jeden Morgen mit mir besprochen. Ich hatte meinen festen Tagesablauf: morgens habe ich die Kleine in den Kindergarten gefahren, anschließend habe ich Einkäufe erledigt, habe kleinere Hausarbeiten wie Bügeln oder Staubsaugen verrichtet und habe das Abendessen vorbereitet. Natürlich immer mit dem Kleinen dabei, was super klappte, weil er einfach ein toller Junge ist und sich mit allem beschäftigen kann! Mittags wurde die Kleine wieder abgeholt, gemeinsam eine Kleinigkeit gegessen (in Irland isst man mittags selten warm). Nach dem Mittagsschlaf des Jungen konnten wir gemeinsam spielen, Spaziergänge machen, an den Spielplatz oder Strand fahren oder andere treffen. Langweilig ist es bei uns nie geworden! Mein Tag endete nach dem gemeinsamen Abendessen mit den Gasteltern. Und abends Babysitten musste ich ungefähr zweimal die Woche.

Ich hatte am Wochenende immer frei, was dazu führte, dass ich immer unterwegs war und gereist bin. Natürlich mit anderen Au Pairs! Ihr werdet staunen, wie viele es dort in Irland gibt! Egal wie weit ab vom Schuss ihr wohnt, ihr werdet immer Anschluss finden! Nach Absprache konnte ich sogar für drei oder vier Tage weiter wegfahren und sogar meine Eltern und mein Bruder konnten mich im Oktober besuchen kommen! Aber auch meine Familie hat mich zu Ausflügen mitgenommen und ich hatte auch noch das große Glück mit ihnen in den Urlaub nach Portugal  fliegen zu können.

Ganz nebenbei hat sich mein Englisch total verbessert! Mein Mädel war die beste Lehrerin. Immer wieder ermahnte sie mich, wenn ich ein Wort falsch ausgesprochen habe :) . Für ihre drei Jahre war sie unglaublich selbstbewusst und frech!

Überhaupt kann ich sagen, dass ich mein Leben in Irland in vollen Zügen genossen habe. Es ist einfach komplett anders! Die Menschen sind so offen und freundlich. Ständig am Feiern und Guinness trinken! Die Irish Pubs fehlen mir wahnsinnig! Nutzt die Zeit und lernt neue Leute aus aller Welt kennen! Reist umher, denn die Landschaft ist wunderschön und beeindruckend. Vergesst aber nie euren Regenschirm einzupacken!

Die sieben Monate, in denen ich keine einzige Sekunde lang Heimweh hatte, vergingen viel zu schnell! Und ich habe Rotz und Wasser geheult, als ich Weihnachten nach Hause geflogen bin.

Noch heute haben wir regelmäßig Kontakt über Skype und ich möchte sie bald besuchen kommen!

Also traut euch in ein neues Land einzutauchen und lernt euch von einer ganz anderen Seite kennen! Ich wünsche euch eine genauso tolle Familie, wie ich sie hatte, gutes Wetter, viel Spaß und Freude!

Diese Erfahrung wird euch keiner nehmen können!