Caroline an der Côte d'Azur

Abenteuer Au-pair: zwischen neuer Kultur, Familie, Freunde, Sprache und dem Weg zu sich selber

Nach dem Abitur direkt zu studieren, war für mich von Anfang an keine Option. Stattdessen wollte ich mir selber erst mal eine Art Auszeit gönnen und das am allerliebsten im Ausland, als Au-pair in Frankreich: Die Sprache hatte mich schon immer fasziniert, auch wenn ich sie ehrlich gesagt zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich beherrschte. Was genau mich als Au-pair erwarten würde, wusste ich ehrlich gesagt auch nicht so genau, aber das weiß so genau anfangs glaube ich noch keiner wirklich.

Und sobald ich erst mal den Gedanken des Au-pair – Lebens ausgesprochen hatte, war es dann plötzlich auch schon so weit ...plötzlich steht man da mit allen seinen Freunden und der Familie, einem Haufen Gepäck und vielen wirren Gedanken am Flughafen in Richtung ‘‘neue Heimat‘‘, ‘‘neue Familie‘‘  ‚‘‘neue Freunde‘‘ ,… Viel Zeit darüber nachzudenken, ob es wirklich richtig war oder ist und wie alles sein wird hat man kaum, denn plötzlich steht die ``neue`` Familie schon vor Dir, nimmt Dich in Arm und voilà ‚‘‘Bienvenue en France, Bienvenue chez nous‘‘.

Und das ist wahrscheinlich auch besser so. Denn so lieb Kindern sein können, so fies und anstrengend können sie dagegen auch sein und das sind sie auch, vor allem in den ersten Tagen und auch Wochen: Die Grenzen werden immer und immer wieder aufs Neue ausgetestet. Was erlaubt das neue Au - Pair? Wann heißt es das erste Mal ‚‘‘arrête‘‘? Von der wirklich nervenaufreibenden Grenzausfindung und dem sich gegenseitigem Näherkommen, geht es dann aber auch ganz schnell zu dem wirklich schönen Teil des Au-pair seins über: zu den kleinen und großen Glücksmomenten des Alltags: Dem ersten ‚‘‘bisou‘‘ seiner Schützlinge, das erste ‚‘‘on t’aime‘‘… 

Zwischen diesen ‚‘‘Extremen‘‘ liegt aber auch einfach der ganze normale Au-pair – Alltag der schneller als man denkt zur allgemeinen Routine für die ganze Familie wird: Kinder zur Schule bringen, von der Schule abholen, zum Klavier und Judo bringen, Hausaufgaben machen, spielen, Essen kochen und ins Bad bringen und zwischendurch auch ein bisschen Haushalt um die Familie zu unterstützen.

Aber Au-pair sein bedeutet nicht nur, nur für die Kinder da zu sein und sein Leben den beiden Schützlingen  vollkommen unterzuordnen. In Frankreich hat man aufgrund des Ganztags– Schulsystems tagsüber extrem viel Freizeit als Au-pair, die man auch echt super nutzen kann: Freunde treffen, an Strand, zur Sprachschule, Frankreich entdecken oder einfach auch mal nur am Pool liegen :-)

Für mich selber waren die vergangen zehn Monate eine unbeschreiblich intensive und gewinnbringende Zeit: Ich hatte wunderschön und einfach unbeschreiblich Momente und Erlebnisse, ich habe viele tolle und liebe Menschen kennen gelernt, eine zweite Familie für mich gefunden und die französische Sprache und Kultur gelebt. Aber man muss auch mit kleinen Tiefschlägen rechnen, die einfach dazu gehören. Aber auf jede dieser kleinen Talfahrten, folgt jedes Mal aufs Neue eine umso schöner Hochfahrt und genau das  ‘‘wieder aufstehen‘‘ macht Dich selber nur stärker! Ich bin durch all diese Herausforderungen viel stärker geworden und weiß jetzt, dass ich alles schaffen kann.

Letzten Endes muss aber jeder seine Erfahrungen einfach selber sammeln und das beste und schönste aus seinem ganz persönlichen Jahr im Ausland machen und das daraus machen, was man auch möchte :-)

Profitez - bien de ces moments extraordinaires :-=

( Caroline, zehn Monate Au – Pair an der Côte d’Azur )