Melissa in Canberra

Liebe Aupairs-to-be!
Ich heiße Melissa und bin 19 Jahre alt.
In ein paar Tagen ist schon ein Jahr her, dass ich Freunde und Familie hinter mir gelassen habe und für sieben Monate nach Australien gereist bin.

Aber von Anfang an: Im Februar letzten Jahres habe ich mich nach ein wenig Informationen sammeln meine Kurzbewerbung bei iSt-Sprachreisen abgeschickt und schon nach kurzer Zeit wurden mir immer wieder verschiedenste Familien vorgeschlagen. Nach ein wenig Email-Verkehr habe ich dann mit einigen geskypt, so bekommt man einfach den besten Eindruck. Ich war von vielen sofort begeistert, letztendlich ist es eine Familie in Canberra geworden. Das Mädchen war damals gerade zwei Jahre alt und der Junge erst 6 Monate, also noch ein Baby. Die Planung ist mit der Organisation reibungslos verlaufen, ich kann euch auch empfehlen den Flugvorschlag anzunehmen, so muss man sich selber um nichts kümmern. Auch bei der Beantragung des Visas etc bekommt man gute Hilfe. Die Aufregung wurde immer größer und je näher der Abflugtag rückte, desto mehr Zweifel überkamen mich. Ich bin eine eher ruhigere und schüchterne Person, und hatte Angst keinen Kontakt zu anderen Aupair zu finden, dass ich mich nicht mit der Gastfamilie verstehe oder ich schnell Heimweh bekomme.


Dann kam der 8. Juli und der Abschied von allen war echt schwer. Mit Tränen in den Augen ging ich durch die Sicherheitskontrolle und dachte mir: Mist, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Aber natürlich war auch Aufregung und Freude mit im Spiel. Nach einem endlosen Flug mit Zwischenstopp in Dubai landete ich schließlich am 10. Juli in Sydney und nach einem weiteren kurzen Flug in Canberra. Meine Gastmutter Henny erwartete mich bereits. Adam, der Gastvater sowie Persia und Darius, die beiden Kinder begrüßte ich dann zu Hause. Es war am Anfang eine komische Situation aber schon nach ein paar Tagen habe ich mich dort echt wohl gefühlt. Ich hatte so ein Glück mit der Familie, wir lebten an einem schönen See, zu dem ich in meinen Mittagspausen ging.

Mit den Kindern habe ich mich von Anfang an gut verstanden. Ich habe sie sehr schnell total lieb gewonnen und bei so Kleinen bemerkt man richtig jede Veränderung. Bei Darius habe ich miterlebt wie er sitzen, krabbeln und laufen lernte und das war echt mal ein tolles Erlebnis. Meine Gastmutter, die Kinder und ich haben oft Ausflüge in Museen usw gemacht, damit ich Canberra besser kennen lerne. Das Wetter dort ist oft gewöhnungsbedürftig, aber man darf ja auch nicht vergessen, dass dort im Juli gerade Winter herrschte. Über eine Facebook-Gruppe habe ich mich dann sehr oft mit anderen deutschen Aupairs getroffen, so konnte ich mich mit ihnen austauschen und mal wieder Deutsch reden. Von der Organisation aus wurden keine Treffen oder ähnliches veranstaltet, aber sie haben sich am Anfang öfter mal erkundet, ob es mir bei der Familie gut geht. Wie schon gesagt, ich hatte echt Glück, andere Aupair waren eher nicht so zufrieden oder haben nach kurzer Zeit die Familie gewechselt.

 
Nach ungefähr der Hälfte der Zeit bin ich dann mit der Familie nach Sydney umgezogen. Das hieß: Neues Umfeld, neue Leute, SEHR VIEL größere Stadt. Aber für mich war das super!! Ich liebe Sydney über alles. Schönes Wetter, schöne Strände, schöne Stadt, viel zu sehen und noch mehr Aupairs. Ich kann mich echt glücklich schätzen so zwei Städte Australiens näher kennen gelernt zu haben, diese Chance bekommt sicherlich nicht jeder. Da mein Gastvater Australier und meine Gastmutter Perserin war, habe ich gleich zwei Kulturen auf einmal kennen gelernt, was auch sehr interessant war. Natürlich hat man zwischendurch Tiefpunkte, an denen man gerne zu Hause wäre, aber die vergingen bei mir immer recht schnell. Man wird von so viel neuen Sachen überwältigt, dass man gar nicht viel Zeit hat, Heimweh zu haben.


Kurz vor Weihnachten war die Aupair-Zeit dann so gut wie vorbei und ich habe mich nach ein paar Überlegungen dazu entschieden noch zu Reisen. Wieder über Facebook habe ich eine andere Deutsche gefunden, mit der ich via Hop-on-hop-off-Bus die Ostküste bis Cairns hochgereist bin. Mit Stops in den bekannten Orten wie Surfers Paradise, Brisbane, Noosa, Fraser Island, Whitsunday Islands usw usw. Es war soooo geil. Wirklich Leute, nutzt die Chance und reist auf jeden Fall noch nach eurer Aupair-Zeit. Ich habe so viel Unvergessliches gesehen, bin im Great Barrier Reef getaucht, habe viele Leute kennen gelernt, Silvester auf einer Insel gefeiert, bin mit Meeresschildkröten getaucht und habe Nemo in live gesehen, hatte Koalas, Schlangen und andere Reptilien auf dem Arm, konnte Kängurus streicheln und an Heiligabend schwimmen gehen. Am Ende bin ich noch zum Uluru (Ayers Rock) geflogen und habe dort ein paar Tage im Outback verbracht. Den sollte man sich, wenn man schon in Australien ist, auf jeden Fall auch angucken. Es ist echt überwältigend dort! Nach meiner Reise bin ich noch zwei Wochen bei meiner Gastfamilie in Sydney geblieben, um mich nochmal zu verabschieden und meinen großen Koffer zu holen, den ich auf Reisen nicht mit hatte.

Es war echt schrecklich sich nach so vielen Monaten zu verabschieden, und auch heute noch denke ich jeden Tag an meine Familie am anderen Ende der Welt. Ich vermisse besonders die Kinder sehr und hoffe, dass ich sie irgendwann noch mal wieder sehe. Die sieben Monate waren wirklich das Beste, was ich nach meinem Abitur machen konnte. Ich bin stolz auf mich, dass ich diesen Schritt gewagt habe, obwohl es viele nicht von mir gedacht hätten und wünsche mir so sehr, dass ich irgendwann nochmal auf den roten Kontinent fliegen kann, denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken.

 
An alle die noch zweifeln: Ich hatte auch Angst, aber denkt an all das, was ihr verpassen würdet! Man hat nie wieder so eine gute Chance so eine lange Zeit in Australien zu verbringen. Wenn man es jetzt nicht macht, dann nie. Also, auf auf, und grüßt mir meinen geliebten Kontinent von mir.
Danke iSt, dass ihr mir die beste Gastfamilie vermittelt habt, die es gibt und mir meine beste Zeit des Lebens ermöglicht habt!

Melissa