Caroline in Auckland

Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen. Ein Match. Ein Skypen und dann die Zusage. 2 Wochen später fand ich mich selbst schon im Flieger nach Auckland, Neuseeland wieder. 
Nur mit dem Unterschied, dass es nicht gestern war sondern vor 9 Monaten. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht. Man hat so viel zu tun, zu erkunden und zu lernen, dass einem ganz wenig Zeit bleibt, Heimweh oder irgendwas dergleichen zu haben. Eine große Hilfe wenn man mal Heimweh haben sollte, ist die Familie, in der man lebt.

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmum, Gastdad und 3 Kindern,  zwei Jungs, mittlerweile 3 und 6 Jahre alt und einem Mädchen, mittlerweile 8 Jahre alt. Wir haben nur einmal, 30 min geskyped, aber damals wusste ich einfach, das ist wonach ich gesucht habe und anscheint war ich das wonach sie gesucht haben.

Was in den letzten 9 Monaten passiert ist, lässt sich eigentlich nicht in nur einer Seite zusammen fassen.

Ich war schon immer eine relativ offene Person, doch hier ist man einfach darauf angewiesen, offen für neue Erfahrungen und Leute zu sein. Dadurch lernt man so viele neue Freunde kennen und verbessert automatisch sein Englisch.

Aber auch der Umgang mit Kindern verändert die Lebensweise und Sicht auf manche Dinge. In den ersten 2 Monaten habe ich mich bei meinen Eltern ständig entschuldigt für Sachen die ich in meiner Kindheit getan habe. Sie fanden dass sehr lustig und erschreckend wie schnell man 19000 km von zuhause „erwachsen“ wird.  Und über Sachen meckert, über die gleichaltrige eigentlich nicht reden können, weil es „Elternsachen“ sind.

Ich mag, wie es mich in meiner Persönlichkeit hat wachsen lassen und mich auch verändert hat. Klar, die ersten 1-1,5 Monate war ich immer mal überfordert, ganz ehrlich weil man in Situationen kommt, an die man nicht mal zu denken gewagt hätte. Aber auch das legt sich.

Was bei den meisten so ist, dass sie den Job unterschätzen und mit einem abfälligen Blick sagen: „Ach du bist Au Pair?“ Aber alle Leute, auch die das in Deutschland in Erwägung ziehen; das ist ein schwieriger Job. Kinder können gemein und anstrengend sein.

Dass glauben die meisten nicht, aber ich bin die ersten Wochen immer um 21 Uhr schlafen gegangen, einfach weil ich zu müde war. Außerdem kommt es auf eure Kinder an. Es gab eine Zeit, da hab ich einfach die Unterstützung meiner Gasteltern gebraucht, da die Kinder erst einmal verstehen müssen, dass IHR der Boss seid. Bei mir waren diese Themen relativ schnell vom Tisch. Und wenn die Kinder dann doch mal zu weit gehen, kann ich mich immer auf meine Gasteltern verlassen.

Mein Gastdad hat mich letzten gefragt, ob es anders ist als ich es mir vorgestellt habe. Meine Antwort: Ich denke mein Vorurteil war, und das lege ich allen ans Herz: Macht euch nicht zu viele Gedanken oder Vorstellungen. Es wird eh anders kommen. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung was mich hier erwartet und ob es das ist, was ich möchte.

Würde ich es wieder tun? Oh ja!!!! Es war definitiv die richtige Entscheidung für mich und ich finde jeder sollte drüber nach denken. Das Jahr im Ausland wird euch so viel mehr geben, als ihr euch vorstellen könnt.

Auch hat mir iSt, so wie ihr Partner Dream AuPair sehr geholfen. Wenn ich Fragen hatte, konnte ich mich drauf verlassen sehr schnell eine hilfreiche Antwort zu bekommen.

Also wenn ihr euch selbst finden wollt und dabei tolle Menschen als Bezugsperson haben wollt, werdet Au Pair. Das Land ist dabei, finde ich, Nebensache, obwohl ich Neuseeland nur empfehlen kann, da es ein wunderschönes Land mit tausend Facetten ist.