Julia in Boston,Massachusetts

Jetzt bin ich seit knapp einem Monat wieder zurück in Deutschland und das vergangene Jahr in Boston war einfach einzigartig und verging wie im Flug.

Meine Gastfamilie war ein echter Treffer. Sie haben mich sehr gut aufgenommen und ich wurde wie die vierte Tochter der Familie behandelt, aber auch als erwachsene, selbstständige und verantwortungsvolle Person wahrgenommen.

Meine Gastmutter war eine der sogenannten “home stay moms”. Viele der Au Pairs haben “Angst” davor und denken dass diese Situation schwer wird und man als Au Pair immer unter Beobachtung steht. Aber ihr solltet keine Angst vor dieser Situation haben, denn ich habe mit meiner Gastmutter in einem guten Team zusammen gearbeitet. Teamwork ist angesagt und wir haben uns viele Aufgaben aufgeteilt oder auch zusammen bewältigt. Denn auch das kann sehr viel Spaß bringen. Meine Gastmutter war für mich wie eine Freundin und ich konnte mit ihr wirklich einfach über alles reden. Meine Gastfamilie hatte drei Töchter, Anika (7), Riana (5) und Viena (3) - mein Gastvater hat jedoch sehr viel und meistens auch lang gearbeitet.

Morgens habe ich zusammen mit meiner Gastmutter die Kinder für die Schule und den Kindergarten fertig gemacht, sowie das Lunch für die Schule vorbereitet. Um halb neun habe ich dann die Kinder zur Schule gebracht. Es war super in so einer großen Stadt wie Boston zu leben, denn man konnte alles zu Fuß gut erreichen und war somit unabhängig von den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto. Um 15 Uhr habe ich dann die Kinder wieder abgeholt und das Nachmittagsprogramm ging los. Jeden Tag stand etwas anderes auf dem Programm: Klavier, Ballett, art class, music class, playdates oder einfach eine der vielen anderen Möglichkeiten, die in Boston für Kinder angeboten werden. Es wurde also wirklich nie langweilig und man lernt viele andere Au Pairs oder Nannys kennen.

Am Wochenende hatte ich immer frei. Zwei Tage die ich nur für mich hatte und frei einplanen konnte. Natürlich ging ich da gerne los zum shoppen mit meinen Freunden oder einfach die Stadt Boston, mit den vielen Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Parks genießen. Einige Wochenenden habe ich jedoch auch zum Reisen genutzt. Zum Beispiel mit dem Bus nach NYC fahren, was nur vier Stunden entfernt liegt oder ich bin nach Washington DC geflogen um ein anderes Au Pair zu besuchen, die ich in NYC beim Au Pair Workshop kennengelernt habe. Auch habe ich oft ein paar Tage meines Urlaubs mit dem Wochenende verbunden und konnte so weiter weg reisen, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. Zum Beispiel ein paar Tage Miami im Januar und den Winter in Boston einfach hinter sich lassen. Aber auch Chicago zusammen mit einer Freundin für ein paar Tage erkunden macht richtig viel Spaß.

Außerdem habe ich auch viel zusammen mit meiner Gastfamilie gesehen, denn sie haben mich meistens mit auf ihre Reisen genommen. Zum Beispiel ein paar Tage am Cape Code oder Disneyland in Kalifornien. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht und wir hatten immer eine gute Zeit zusammen im Urlaub.

Nachdem mein Jahr als Au Pair vorbei war, habe ich mich außerdem noch dazu entschieden eine West Coast Tour mit einer Freundin aus Boston zu machen: Las Vegas, LA, Hollywood, San Francisco, Grand Canyon, Yosemite National Park - eine Erfahrung, die einfach einmalig war.

Neben dem Arbeiten als Au Pair, was mir wirklich sehr viel Freude bereitet hat, die super gute Beziehung sowohl zu meinen Mädels als auch zu meinen Gasteltern und dem Reisen durch Amerika gehört natürlich auch das Besuchen von classes zum Leben eines Au Pairs. Das Angebot war groß und vielseitig. Ich habe mich für einen Wochenendkurs entschieden der mit einer Reise nach Montreal, Kanada verbunden war. Meine zweite class habe ich bei Harvard Extension School belegt. Durch meine classes habe ich wieder neue Freunde aus der ganzen Welt gefunden und interessante Dinge gelernt.

Ich habe mich wirklich verliebt in Amerika, denn die Vielfältigkeit ist einfach klasse und man lernt so viele Leute aus der ganzen Welt kennen. Aber auch der amerikanische Sport hat mich gepackt...vor allem war ich gerne beim Basketballspielen, denn die Stimmung ist einfach super und der Zusammenhalt der Mannschaften reißt einen einfach mit.

Also ich kann es wirklich nur jedem empfehlen... traut euch und macht den Schritt...werdet Au Pair in Amerika! Ein Jahr mit ganz vielen neuen, unvergesslichen Erfahrungen und Eindrücken die ihr nie in eurem Leben vergessen werdet.

Und wenn nicht jetzt, wann dann?!