Kristina in Colorado Springs,Colorado

Die USA – ein Land, das wirklich überall vertreten ist, das so viele unterschiedliche Möglichkeiten zu bieten scheint und doch so groß ist, dass man einfach dagewesen sein muss, um mitsprechen zu können.

Mit der Entscheidung, nach dem Abitur ein Jahr nach Amerika zu gehen, kamen natürlich auch die Träume und Vorstellungen von diesem Auslandsjahr auf. Und sicherlich wünscht sich jeder insgeheim in einer der bekanntesten Metropolen zu leben, selbst wenn es nur für ein Jahr ist.

Gelandet bin ich in Colorado, ein Bundesstaat im Mittleren Westen, bekannt für eine einzigartige Natur und natürlich die Rocky Mountains. Das Großstadtgefühl, das ich aus Hamburg gewohnt war,  kam hier natürlich nie auf, aber ich habe bereits bei meiner Ankunft feststellen können, dass Amerika so viel  mehr bietet, als ich es ursprünglich angenommen hatte. Die Landschaft in Colorado ist einfach überwältigend und das Wetter in Colorado Springs einfach unschlagbar. Ich hatte einen unglaublich langen und schönen Sommer, überraschenderweise blieb der große Schnee im Winter aus, aber es wurde natürlich bitterkalt. Am Ende meines Jahres kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, die Zeit hier verbracht zu haben, da ich die Schönheit dieses Staates sonst wohl nie zu Gesicht bekommen hätte.

Das Leben in meiner Gastfamilie war super. Meine Gasteltern waren extrem hilfsbereit und verständnisvoll, als ich die ersten Wochen noch ein bisschen ruhiger war, da schließlich alles neu war und ich mir nie sicher sein konnte, ob die Entscheidung wirklich die Richtige war und ob das Zusammenleben funktionieren würde. Meine Zweifel waren aber vollkommen unbegründet. Wir haben eine sehr familiäre Beziehung zueinander aufgebaut und auch die beiden Mädels (6 und 11) haben mich aufgenommen wie eine große Schwester. Meine Position in der Familie wurde nie in Frage gestellt, stattdessen wurde ich immer als Teil der Familie vorgestellt und nahm dementsprechend auch an Familienaktivitäten teil. Die Highlights bestanden dabei natürlich aus Trips nach Florida und Hawaii. Ich hatte das Riesenglück als Familienmitglied zu reisen, sprich, ich musste keinen Cent zahlen und habe Orte besucht, zu denen es so mancher Amerikaner noch nicht geschafft hat. Neben diesen positiven Aspekten gab es natürlich hin und wieder auch Unstimmigkeiten, die im Alltag halt auftreten, aber durch ein simples Gespräch schnell aus dem Weg geräumt werden können. Und auch die Regeln, die Deine Gastfamilie für Dich aufstellt, müssen nicht immer Deinen Vorstellungen entsprechen. Dennoch denke ich, dass man diese einfach akzeptieren sollte, da man sich nunmal entschieden hat, mit fremden Menschen in einem fremden Land zu leben, weshalb es für mich ganz selbstverständlich war, dass damit auch bestimme Bedingungen an mich gestellt würden.

Zurückblickend kann ich jetzt sagen, dass dieses Jahr die absolut richtige Entscheidung war, da ich Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnte, die ich auf keine andere Weise erlangt hätte. Das Einzige, was ein wenig ernüchternd war, war die Tatsache, dass man wirklich kaum Kontakt zu Amerikanern desselben Alters aufgebaut hat, da Au Pairs meist unter sich bleiben und es in meinem Fall auch nicht möglich war, das örtliche College zu besuchen, um Kontakte aufzubauen. Allerdings entschädigen die vielen Reisen, die Dir als Au Pair möglich sind, all das und wer möchte nicht von sich behaupten könnten, innerhalb eines Jahres von New York, über die Bahamas, bis nach Hawaii gekommen zu sein und nebenbei noch andere Städte gesehen zu haben, die die USA so besonders machen.