Vanessa in Miami,Florida

Ein Jahr als Au Pair in Florida!

Mitte September kam endlich der entscheidende Anruf meiner zukünftigen Gastmutter. Sie rief unangekündigt an, was ich besser fand, da viele vorher ein Telefonat angesagt hatten, dann aber doch nicht angerufen haben. Sie erzählte mir, dass sie aus NYC anrief und als ich dann hörte, dass sie diesen Monat noch nach Miami ziehen würden war ich noch aufgeregter. Wir haben uns am Telefon sofort verstanden und haben schon herumgealbert. Drei tage danach bekam ich den Anruf von iSt, dass ich „gematched“ bin. Ich habe mich super gefreut und gleich mit den Vorbereitungen begonnen, da ich schon in 4 Wochen abfliegen sollte. Sobald meine Gastfamilie umgezogen war, hatte sie mir auch gleich Fotos des Hauses und der Familie geschickt, die ich mir immer und immer wieder anguckt habe. Die kleine Sophie war einfach so süß!

Im Oktober ging es dann nach NYC. Klar hatte man die letzten Tage gemischte Gefühle und Zweifel ob man wirklich gehen soll. Aber ich hatte diesen Traum schon so lange und jetzt sollte mir auch nichts mehr dazwischen kommen. Ich hatte leider einen der späteren Flüge und war erst am späten Abend in NYC angekommen, was mich jedoch nicht davon abhielt noch einmal um den Block zu gehen. Ich war schließlich in NYC!!!!!!!!! Ich konnte es kaum glauben. Das YMCA hat wirklich eine perfekte Lage, während den Pausen des Workshops konnten wir in den Central Park und abends konnten wir sogar zu Fuß zum Times Square. Außerdem gab es eine Bus Tour mit allen Au Pairs, womit wir einmal um und in NYC herum fuhren.

Am Freitag ging es dann endlich weiter zur Gastfamilie. Immer noch aufgeregt landete ich gegen 18h Ortszeit in Miami und meine beiden Gasteltern haben mich abgeholt. Als wir in den Wagen stiegen war ich total überrascht von dem „großen“ Auto, wobei mir gleich erklärt wurde, dass dieses Auto nun wirklich nicht „groß“ für Amerika war =)

Zu Hause empfingen mich dann Sophie (zu dem Zeitpunkt noch zweieinhalb Jahre alt, das einzige Kind) und die Eltern meines Gastvaters, die die letzte Nacht da waren, weil sie für den Umzug extra nach Miami geflogen waren. Und glaubt es oder nicht, ich war sooo froh, als mir schon am ersten Tag „sparkling water“ angeboten wurde. Denn die meisten Amerikaner trinken nur stilles Wasser, ich zu Hause trinke aber immer „Selter/Sprudel Wasser“.

Die nächsten Tage waren erstmal zum „beschnuppern“ da. Sophie sah mich eher als Spielzeug und wollte natürlich den ganzen Tag nur mit mir spielen. Als sie dann langsam gemerkt hat, dass ich da bin, weil ihre Eltern arbeiten müssen und sie auch noch in den Kindergarten sollte, fand sie mich jedoch erst mal nicht mehr so toll. Doch bald hatten wir diese Phase auch überwunden und wir fingen an, eine besondere Beziehung aufzubauen. Ich war jetzt eher wie eine große Schwester für sie und bald kam auch schon das erste Mal „I love u, Vanessa“ von ihr.

So einen richtigen Tagesablauf hatte ich nicht. Denn mit einem Kind, das nur halbtags zum Kindergarten geht hat man natürlich viel Zeit. Morgens musste ich zwischen 7:30-8am aufstehen. Mit der Kleinen frühstücken, sie anziehen und dann um 8:45-9am beim Kindergarten absetzen. Gegen 12am hab ich sie dann immer abgeholt. Zu Hause hab ich uns zwei etwas Leichtes zum Lunch gemacht und meistens hat sie danach noch ein oder zwei Stunden Mittagsschlaf gemacht. In der Zeit konnte ich dann mit Freunden und Familie aus Deutschland telefonieren, an den PC gehen, oder mich mit dem Babyphon nach draußen an den Pool setzen. Den Rest des Tages hatten wir immer andere Pläne: ein Eis oder Kuchen essen in der Mall (wobei wir immer in den Disney Store mussten um Prinzessin zu spielen), basteln, in den Pool oder auf den Spielplatz gehen, oder einfach zu Hause ausruhen (bei Regentagen konnte man leider wirklich nirgendwohin). Wir hatten sogar eine Jahreskarte für den Zoo und das Seaquarium. Gegen 6pm kam meine Gastmutter meistens nach Hause und hat dann Essen gekocht. Ich habe fast jeden Tag mit gegessen, nur wenn ich mal verabredet war, habe ich auswärts gegessen.

Ich habe es immer genossen mit meiner Gasfamilie abends am Tisch zu sitzen, zu Essen und meinen Gasteltern zu erzählen, was Sophie und ich so den ganzen Tag lang getrieben haben. Ich habe mich wirklich wie ein Familienmitglied gefühlt.

Mit meiner Gastfamilie war ich in West Virginia, die Großeltern besuchen, in Fort Myers für ein Wochenendausflug und natürlich in NYC. Und sie waren super lieb und haben erlaubt, dass meine Familie mich besuchen durfte. Mein Freund war zweimal da. Einmal in den März Ferien (in der Zeit hab ich aber weiter gearbeitet) und dann im Sommer noch einmal mit meiner Schwester und meiner Cousine. Da meine Gastfamilie für einen Teil der Zeit wieder in NYC war, hatten wir vier das Auto und das Haus für uns alleine und sind in der Zeit durch Florida gereist. Wir waren in Disney World, in Naples, den Everglades, in Key West und und und! Auch die Zeit wo meine Gastfamilie da war, haben wir uns Sophie genommen und sind mit ihr überall hin! Und ich war auch noch mit meinem Freund alleine für vier Tage in NYC! Es war einfach ein atemberaubender Sommer. Diesen Sommer werde nicht nur ich NIE vergessen!

Eigentlich hatte ich für den Reisemonat geplant die „Gold Rush Tour“ mit Suntrek zu machen. Da mein Reisemonat aber Mitte Oktober anfing und die Reise dann nicht mehr angeboten wird, hat meine Gastfamilie mich meinen Reisemonat vorziehen lassen. So war ich Ende August auf der „Gold Rush Tour“ durch California, Arizona, Utha und Nevada. Auch eine super Tour durch viele Städte wie San Francisco, LA, San Diego, Las Vegas und die ganzen National Parks wie der Grand Canyon, Bryce Canyon, Zion, etc.

Leider wäre ich gern noch mehr gereist, aber in meiner Gegend gab es leider nicht so viele Au Pairs, wie es in manch anderen Städten ist. Wir waren nur um die 6-8 Au Pairs in meiner Gruppe und alle (außer eine Bolivianerin, die aber leider schon ihr Jahr im März beendet hatte) haben mindestens eine Stunde von mir entfernt gewohnt. Erst zum Ende hin habe ich Au Pairs von anderen Organisationen in meiner Nähe kennen gelernt.

Ich bin aber sehr froh, dass ich so eine super liebe Familie hatte, die mich gleich wie ein Familienmitglied aufnahm. Die Sympathie hat gleich von vorne herein gestimmt. Wir haben auch viele Tagesausflüge an Wochenenden gemacht und hatten jeden Sonntag „Pizza Night“! Meine Gastfamilie oder meine ‚zweite Familie’ wie ich sie nenne, hat alles versucht um mich noch länger da zu behalten. Aber da ich während des Jahres Tante geworden bin und meine Familie und mein Freund mich natürlich sehr vermisst haben, hab ich mich entschieden nach 13 Monaten wieder nach Hause zu fliegen. Meine Gastmutter hatte die letzten Tage nur meine Lieblingsgerichte gekocht und der Abschied viel super schwer. Mir sind nicht nur alle drei sehr ans Herz gewachsen, sondern auch Sophie und ihre beste Freundin, die konnten mit 3 Jahren noch nicht wirklich verstehen, warum die „große Schwester“ auf einmal weg muss! Da ich durch meinen Stiefvater günstig mit der Lufthansa fliegen kann, habe ich bereits jetzt schon meiner Gastfamilie gesagt, dass ich sehr bald zu Besuch kommen werde. Denn schon nach 2 Monaten wieder zurück in Deutschland, vermisse ich meine kleine Sophie so sehr, dass ich so schnell es geht wieder nach Florida möchte!