Imke in Auckland

"You will never be completely at home again because your heart will always be elsewhere. That’s the price you pay for knowing and loving people in more than one country.“  - genauso ging es mir nachdem ich 7 Monate am wahrscheinlich schönsten Ende der Welt war!

Eine Zeitlang ins Ausland gehen? Für mich war schnell klar: das ist genau mein Ding.

Also fing ich an zu planen und stieß auf das wunderschöne vergleichsweise kleine Land am anderen Ende der Welt - Neuseeland. Nach einigen Videos und Reportagen stand für mich schnell fest - genau da muss ich hin.

Und so nahm alles seinen Lauf. Nachdem die Bewerbung abgeschlossen war hieß es warten, warten und weiter warten. Doch dann war es endlich soweit: ich hatte meine ersten Familienvorschläge. Nach mehreren nervösen Skypegesprächen hatte ich mich entschieden und ich würde in Auckland in einer Familie mit zwei Jungs im Alter von 3 und 7 Jahren leben.

Der Kontakt zu meiner Gastfamilie wurde per Email stetig gehalten bis zur Abreise in Deutschland. Immer wieder schickte ich Bilder von meinem Alltag oder meinem Zuhause, wie auch meine Gastfamilie mir immer wieder Bilder von sich zukommen ließ.

Am Anfang schien alles so einfach - nach dem Abitur wollte ich einfach mal weg, doch je näher die Ausreise rückte, umso mehr wurde mir bewusst was ich alles zurücklassen muss, zumindest für einige Zeit.

Der Abschied von all meinen Liebsten hat mir dann aber gezeigt, dass ich keine Angst haben muss etwas zu verpassen und so war es dann auch. Über Whatsapp und Skype wurde der Kontakt nach Deutschland aufrecht erhalten. Meine Familie und meine Freunde konnten so an meinem neuen täglichen Leben teilhaben und ich konnte immer noch alles von Zuhause erfahren. Also: Keine Angst, es ist möglich den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Anfangs fiel es mir sehr schwer mich mit den Aufgaben als Au Pair anzufreunden. Was mache ich jeden Tag um meinen kleinen Gastjungen zu beschäftigen? Und was soll ich heute Abend nur kochen? Klar, all diese Fragen haben mich sehr beschäftigt, doch auch das legt sich mit der Zeit. Die Agentur in Neuseeland war sehr hilfreich dabei verschiedene Aktivitäten zusammenzustellen und auch das Kochen wurde nach und nach einfacher.

Je mehr Zeit ich mit den beiden Jungs verbrachte, umso mehr schloss ich sie ins Herz. Und als dann über den Familienurlaub gesprochen wurde und ich erwähnte, dass ich nicht mitkommen würde, meinte mein Gastkind, dass ich Teil der Familie wäre und somit auch mitkommen muss. Mir schossen die Tränen in die Augen, denn genau das sind die Momente, an die ich jetzt zurückdenke.

Au Pair zu sein ist sicher nicht immer einfach, aber für all die tollen Momente die man mit den Kindern und der Familie verbringt, lohnen sich all die anstrengenden Stunden Hausaufgaben erledigen und Kinderbespaßung.

Eines hat mir ganz sicher dabei geholfen eine unglaublich tolle Zeit zu haben und das waren meine unglaublich tollen neuen Freundinnen, die ich im Ausland kennengelernt habe.  Wir haben jedes Wochenende Ausflüge unternommen. Zum Beispiel sind wir mit dem Auto an den nördlichsten Punkt Neuseelands gefahren, haben direkt am Meer gecampt, sind in Rotorua raften gegangen oder haben uns auch einfach nur zum Kaffeetrinken in Auckland am Hafen verabredet. Durch den Aufenthalt im Ausland habe ich tolle neue Freundinnen gefunden und halte auch jetzt noch Kontakt zu ihnen.

Aber das Beste kam zum Schluss. Mein Reisemonat! Natürlich habe ich immer Ausflüge an den Wochenenden unternommen, aber jetzt hieß es für einige Zeit durchs Land zu reisen. Das war definitiv der schönste Teil meines Aufenthaltes. Viele Träume gingen in Erfüllung! Ich bin mit wilden Delfinen geschwommen, habe einen Fallschirmsprung gemacht und auf Fidschi bin ich im pazifischen Ozean geschnorchelt. Und wer will das schon nicht?

Also mein Tipp an Euch: Traut Euch und verbringt eine Zeit im Ausland. Es wird Euch um einiges reicher an Erfahrungen machen und die Erinnerungen, die ihr sammeln werdet kann und wird Euch Keiner nehmen.  Es wird sicher nicht immer einfach sein, doch all die tollen Orte, Menschen und Erfahrungen die ihr mitnehmt werdet ihr nie vergessen!