Rebecca in Perth

Mein halbes Jahr in Australien

Hallo ihr Lieben,
ich dachte ich schreibe einen Bericht, um euch einen kleinen Einblick zu geben wie es ist als Aupair, weil mich das bei meiner Recherche auch interessiert hat. Ich hoffe ich kann euch bei der Entscheidung etwas helfen. :-)

Der Entschluss nach Australien zu gehen kam vor meinem Abitur, als ich mich mehr und mehr damit beschäftigte, was nach der Schulzeit kommen würde. Aupair war für mich eine perfekte Lösung, da ich gerne mit Kindern zusammen bin, doch danach kam die Frage wohin? Wie wahrscheinlich bei den meisten war die USA mein erster Anlaufpunkt, doch hier müsste man 1 Jahr bleiben und das passte nicht wirklich in meinen Zeitplan. Also beschäftigte ich mich mehr mit anderen Ländern, auch mit Australien.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich hätte treffen können! Australien ist ein wunderschönes Land, dass weitaus mehr bietet als man sich vorstellen kann. Die Menschen dort sind unglaublich nett und hilfsbereit und es ist überhaupt kein Problem dort Leute kennen zu lernen.

Ich bekam kurz nachdem ich meine Bewerbung eingeschickt hatte Vorschläge von Gastfamilien, die mich kontaktierten oder denen ich schrieb. Man kann sich wirklich Zeit nehmen und überlegen wohin man möchte, ob man lieber kleinere oder doch eher auf größere Kinder aufpassen möchte. Das Abflugdatum macht man dann mit der Familie selbst aus, also man ist wirklich sehr flexibel was das angeht.

Dann war es nun soweit und mein Abflugtag war gekommen... Wirklich realisiert habe ich alles erst als ich im Flugzeug nach Dubai saß. Nach und nach kamen Freude, Aufregung aber auch ein etwas mulmiges Gefühl wegen dem Ungewissen. Doch als ich nach einem wirklich anstrengenden Flug meine Gastfamilie kennen lernte, war das mulmige Gefühl weg. Ich wurde herzlich empfangen und hatte erst mal Zeit meinen Jetlag auszuschlafen.

Die erste Woche war dann schon eine große Umgewöhnung, aber ich denke das ist ganz normal. Nach und nach lernt man die Umgebung, die Familie und vor allem die Kinder besser kennen. Irgendwann kommt man dann total in die Routine rein und es ist gar kein Thema mehr in einer anderen Sprache zu sprechen oder sich um „fremde“ Kinder zu kümmern. Ich habe mich in meiner Familie richtig wohl gefühlt, bin mit den Kindern super klar gekommen und habe tolle neue Freunde gefunden. Ich konnte mich meiner Familie bei Freizeitaktivitäten anschließen wenn ich wollte, aber ich musste nicht. 

Man wird sehr selbstständiger, organisiert seine Wochenenden oder freien Tage und man lernt mit dem verdienten Geld umzugehen. Ich habe beispielsweise einen Road Trip in den Norden gemacht und war in meiner freien Zeit auf Bali. Ich habe unglaublich viel erlebt und werde definitiv nach Australien und auch zu meiner Gastfamilie zurück kommen. Auch wenn es mit zwei kleinen Kindern nicht immer leicht war und wir die ein oder andere Diskussion führten, ob man jetzt wirklich Schuhe anziehen muss, wenn man raus spielen geht oder nicht und ob man wirklich alle fünf Puppen mit in den Park nehmen muss, waren es tolle Kinder und sie liegen mir wirklich am Herzen. Was man bei allem Entdecken und Erkunden nicht vergessen darf ist, dass man die Verantwortung für die Kinder trägt und das auch wirklich gewissenhaft machen sollte.

Nach meiner Au Pair- Zeit kam meine Mama zu Besuch und wir haben eine kleine Rundreise durch Australien gemacht. Diese Zeit werde ich wirklich nicht vergessen, denn ich hatte das beste halbe Jahr meines Lebens.